Farbtrends im Herbst 2026

Food Fotografie Herbst-Trends 2026: 4 Farbwelten, die jetzt Stimmung bringen

MariellaFood Styling & Set Styling Leave a Comment

Welche Farben werden wir im Herbst und Winter 2026 häufiger in der Food Fotografie sehen? Wenn wir uns aktuelle Interior- und Designtrends ansehen, zeichnen sich für uns vor allem vier spannende Farbwelten ab: Warme Beige- und Cremetöne kombiniert mit einer kräftigen Akzentfarbe in dunklem Burgunderrot, Karamell/Cognac/Terracotta, entsättigtem Petrol oder Waldgrün.

Was alle vier gemeinsam haben: Helle, warme Grundtöne treffen auf wenige, dafür satte Akzente. Dadurch entstehen Food Fotos, die hell und modern wirken und gleichzeitig deutlich mehr Tiefe und Stimmung bekommen.

Hallo, wir sind Food Fotografin Cornelia und Food Stylistin Mariella und wir geben dir in diesem Artikel unsere Einschätzung, welche Farbtrends sich im Herbst 2026 in der Food Fotografie abzeichnen werden.

Dass wir mit dieser Einschätzung nicht ganz alleine sind, zeigt auch ein Blick auf die aktuellen Interior-Farbtrends. Architectural Digest fasst für 2026 unter anderem warme Beige- und Khakitöne, Terracotta, gedecktes Blaugrün, dunkles Grün und Burgunder als relevante Farbrichtungen zusammen. Spannend wird für uns vor allem die Frage, wie und wann diese Farben ihren Weg in die Food Fotografie finden.

Wir glauben auch, dass uns gemeinsam mit diesen Farbkombinationen ein beliebter Fotostil auch wieder häufiger begegnen wird: Light & Moody.

Nach etlichen Jahren mit hellen lichtdurchfluteten Fotos im Light & Bright und Light & Airy Stil wurde es seit 2024 wieder stimmungsvoller. Nun, in der aktuellen Herbstsaison wird der helle Light & Moody Stil durch dunklere Töne und Akzentfarben erweitert. Aber dazu später mehr.

Schauen wir uns jetzt erst einmal die Farbtrends im Herbst 2026 genauer an.

1. Was ein neues Wohnzimmer mit Food-Fotografie-Trends zu tun hat

Es ist Oktober. Ich (Mariella) bin gerade dabei, mein Wohnzimmer neu einzurichten. Und wie das eben so ist, wenn man sich mit einer Neugestaltung beschäftigt, habe ich in letzter Zeit ziemlich viel Zeit damit verbracht, mich durch Interior-Websites, Einrichtungsmagazine und Pinterest zu klicken.

Dabei ist mir etwas aufgefallen: Warme Beige- und Cremetöne sind nach wie vor sehr präsent. Allerdings werden sie immer häufiger mit kräftigeren, dunkleren Akzentfarben kombiniert. Burgunderrot, Waldgrün, Terracotta oder dunkles Petrol tauchen plötzlich überall auf.

Was das mit Food Fotografie zu tun hat?

Eine ganze Menge.

Als Food Fotografin (Cornelia) und Food Stylistin (Mariella) beschäftigen wir uns seit vielen Jahren damit, wie Farben, Props, Hintergründe und Styling die Wirkung eines Food Fotos beeinflussen. Dabei beobachten wir immer wieder, dass Trends in der Food Fotografie nicht isoliert entstehen.

Farben und Stilrichtungen, die wir zunächst in Mode und Interior Design sehen, tauchen irgendwann auch in Food Sets auf.

Gerade im Interior Design begegnen uns aktuell sehr viele helle Räume in warmen Beige-, Cream- und Greigetönen. Anders als bei den sehr zurückhaltenden, fast monochromen Looks der vergangenen Jahre werden diese neutralen Grundfarben jetzt aber häufiger mit einzelnen kräftigen, dunkleren Akzenten kombiniert.

Und genau diese Entwicklung können wir uns auch für die Food Fotografie sehr gut vorstellen.

Unsere Trendprognose für Herbst/Winter 2026: Food Fotos bleiben tendenziell hell, werden aber stimmungsvoller. Warme neutrale Grundfarben treffen auf satte, gedeckte Akzentfarben und natürliche Materialien.

4 Farbtrends Herbst 2026 im Überblick - mit KI erstellt
4 Farbtrends Herbst 2026 im Überblick – mit KI erstellt

Übrigens, wenn dich das Thema Farben interessiert und du erfahren möchtest, warum bestimmte Farben miteinander harmonieren und wie Farben die Wirkung eines Food Fotos verändern, findest du in unserem » kompletten Guide zu Farben in der Food Fotografie alle Grundlagen rund um Farbwirkung, Farbkreis und Farbkombinationen.

Aber sehen wir uns nun die einzelnen Farbkombinationen im Detail an:

2. Farbvariante #1: Beige + Cream + Burgunderrot: elegant und stimmungsvoll

Wenn es eine Farbe gibt, die uns diesen Herbst gefühlt überall begegnet, dann ist es Burgunderrot.

Dabei sprechen wir nicht von einem leuchtenden klassischen Rot, sondern von einem tiefen, leicht gedämpften Rotton mit einem Hauch Braun oder Violett.

Gerade in Kombination mit Cream, warmem Beige und hellem Greige bekommt Burgunder eine edle Wirkung. Die neutralen Farben nehmen dem dunklen Rot etwas von seiner Schwere, während Burgunder einem ansonsten sehr ruhigen Set Tiefe und Spannung gibt.

Das Ergebnis wirkt elegant und hochwertig, ohne überladen zu sein.

Für Food Fotos würden wir Beige und Cream klar dominieren lassen und Burgunder gezielt als Akzent einsetzen beispielsweise über ein Leinentuch, ein Glas, eine kleine Vase, Blumen oder – noch besser – direkt über die Lebensmittel.

Ein dunkler Holzakzent oder ein wenig Messing kann die Farbwelt zusätzlich ergänzen.

Farbtrend Beige + Cream + Burgunder- mit KI erstellt
Mood Board Farbtrend Beige & Burgunderrot – mit KI erstellt

2.1. Zu welchen Gerichten passt Beige + Cream + Burgunder?

Besonders gut können wir uns diese Farbwelt bei Schokoladendesserts, Kuchen und Tartes, Porridge, Käsegerichten oder herbstlichen Salaten vorstellen. Aber auch sehr helle Speisen wie Joghurttorten, Aufstriche oder Cremesuppen können davon profitieren, weil das dunkle Burgunder einen schönen Kontrast erzeugt.

2.2. Burgunderrot mit Lebensmitteln ins Bild bringen

Einen Farbakzent direkt über Lebensmittel in ein Food Foto zu bringen ist eine clevere Möglichkeit, da so das Auge direkt auf das Gericht gelenkt wird. Folgende Lebenmittel greifen diesen dunklen Rotton auf und können entweder Basis des eigentlichen Gerichtes sein oder als essbare Deko oder Topping genutzt werden:

  • Feigen
  • Granatapfel
  • Rote Bete
  • Radicchio
  • rote Zwiebeln – beispielsweise als Chutney oder karamellisierte Zwiebeln
  • Rotkraut
  • dunkle Weintrauben
  • Blutpflaumen
  • Cranberries
  • Brombeeren

Unsere Set-Idee: Ein warmer beiger Hintergrund, cremefarbene Keramik und ein burgunderfarbenes Leinentuch, das maximal 1/3 des Untergrunds überdeckt. Dazu ein kleines Element aus dunklem Holz. Im Gericht selbst wird das Burgunderrot dann nochmals aufgegriffen. Fertig ist eine moderne herbstliche Farbwelt.

3. Farbvariante #2: Beige + Karamell, Cognac oder Terracotta: warm, aber trotzdem modern

Diese Farbkombination fühlt sich wahrscheinlich am stärksten nach Herbst an.

Beige und Cream bilden wieder die ruhige Basis. Dazu kommen warme Karamell-, Cognac- oder Terracottatöne.

Diese Farben liegen im Farbkreis relativ nahe beieinander und erzeugen dadurch einen sehr harmonischen, warmen Look. Gleichzeitig besteht genau darin eine kleine Gefahr: Besteht das gesamte Set nur aus warmen Braun-, Beige- und Orangetönen, kann es schnell sehr rustikal oder schwer wirken.

Die Wahl der Materialien spielt bei diesem Stil eine besonders große Rolle. Deshalb würden wir diese Farbwelt 2026 bewusst auf grobes Holz und grobes Leinen verzichten und eher auf elegantere, glattere Materialien wie Stein, fein gewebtes Leinen und Keramik setzen. Außerdem würden wir gezielt mit einem zusätzlichen dunklen Element kombinieren.

Anthrazit oder Schwarz kann hier einen enormen Unterschied machen und als Gegenpol für die sehr harmonische Farbwelt wirken. Das gibt etwas mehr Klarheit und Modernität. Insbesondere Props aus dunklem Metall, Keramik, Stein oder glattem Holz durchbrechen einen zu rustikalen Look.

Ein dunkler Teller, schwarzes Besteck oder ein anthrazitfarbenes Schälchen reichen oft schon aus. Wir wollen immerhin nur ein kleinen Kontrast hinein bringen und kein dunkles Set schaffen.

Mood Board Farbtrend Beige & Karamell, Cognac oder Terracotta - mit KI erstellt
Mood Board Farbtrend Beige & Karamell, Cognac oder Terracotta – mit KI erstellt

3.1. Zu welchen Gerichten passt diese Farbwelt?

Hier schreit eigentlich alles nach Herbstküche: Kürbisgerichte, Pasta, Risotto, Suppen, Brot und Gebäck, Kaffee, Nussgerichte oder Schokoladendesserts.

Gerade Gerichte, die selbst bereits beige, braun oder orange sind, lassen sich wunderbar in diese Farbwelt integrieren. Aber Achtung, hier ist Fingerspitzengefühl gefragt, damit das Foto am Ende nicht nach rustikaler Hütten-Gaudi aussieht.

3.2. Karamell, Cognac und Terracotta über Lebensmittel integrieren

Passende Lebensmittel die die Farbwelt von Karamell, Cognac und Terracotta ins Bild bringen, sind unter anderem:

  • Kürbis
  • Süßkartoffeln
  • Karamell und Karamellsauce
  • Erdnussbutter und andere Nussmuse
  • Haselnüsse
  • Mandeln
  • Zimt
  • Milchkaffee
  • Liköre
  • Brot und Gebäck
  • getrocknete Aprikosen/Marillen

Unsere Set-Idee: Creamfarbener Steinuntergrund, beige Keramik, karamellfarbenes feines Leinen und ein Kürbisgericht mit einem hellen Topping (zB Sauerrahm bzw. Schmand) mit grobem Peffer. Dazu schwarzes Besteck als Kontrast.

4. Farbvariante #3: Beige + dunkles Petrol + Braun: der etwas unerwartetere Herbstlook

Petrol ist für uns eine besonders spannende Farbe, weil sie nicht sofort nach klassischem Herbst aussieht.

Aktuell begegnen uns im Interior Design immer wieder dunkle, entsättigte Petroltöne bis hin zu entsättigtem rauchigen Blau, die deutlich gedeckter wirken als Dunkelbau oder kräftiges Türkis.

Kombiniert mit warmem Beige entsteht ein schöner Warm-Kalt-Kontrast. Ein mittlerer oder dunkler Braunton verbindet die beiden Farbwelten miteinander und macht die Kombination weicher.

Das Ergebnis wirkt modern und etwas cooler als die klassischen Terracotta- und Rosttöne, bleibt durch Beige und Braun aber trotzdem warm genug für herbstliche Food Fotos.

Mood Board Farbtrend Beige & Petrol & Braun - mit KI erstellt
Mood Board Farbtrend Beige & Petrol & Braun – mit KI erstellt

4.1. Welche Gerichte funktionieren in Kombination mit Petrol besonders gut?

Gerade helle und warme Gerichte können vor einem dunklen Petrol wunderschön hervortreten: cremige Pasta, helle Suppen, Brot und Gebäck, Kartoffelgerichte, Kaffee, Schokolade oder helle Desserts.

Auch orangefarbene Speisen wie Kürbis können spannend sein, weil Orange und Blau im Farbkreis einen starken Kontrast bilden.

4.2. Wie bringst du Petrol ins Bild?

Da es in der Natur keine petrolfarbene Lebensmittel gibt, eignen sich für diesen Farbtrend vor allem Props wie Teller, Vasen, Gläser, Tücher oder kleine Deko-Gegenstände.

Da wir Petrol besonders gerne mit Beige und dunkleren Brauntönen kombinieren, kannst du dafür das Gericht selbst ins Spiel bringen. Braun lässt sich über Lebensmittel nämlich besonders einfach und natürlich integrieren. Denk beispielsweise an Schokolade, Kaffee, Pilze, Nüsse, dunkles Brot, Gebäck oder geröstete Zutaten.

So kann Petrol über die Props für den spannenden Farbakzent sorgen, während die Braun- und Beigetöne des Gerichts die Farbwelt wieder erden und wärmer wirken lassen.

Unsere Set-Idee: Ein heller beiger Untergrund, cremefarbener Teller, ein dunkles petrolfarbenes Tuch. Für ein helles Pastagericht würden wir hier noch ein dunkles Holzbrett unter dem Teller positionieren. Bei einem braunen Gericht wie Schokoladenkuchen bräuchte es hingegen kein zusätzliches dunkles Element.

5. Farbvariante #4: Beige + Waldgrün: natürlich und ruhig

Grün gehört in der Food Fotografie ohnehin zu unseren liebsten Farben. Es lässt sich ganz einfach über natürliche Zutaten ins Bild bringen und sorgt gleichzeitig dafür, dass Speisen frischer und ansprechender wirken.

Diesen Herbst wird das Grün allerdings dunkler.

Statt hellem Salbei oder frischem Mint sehen wir tiefe Wald-, Moos- und Olivtöne, kombiniert mit Beige, Cream und natürlichen Materialien.

Die Kombination wirkt ruhig, naturverbunden und hochwertig. Gleichzeitig lässt sie sich besonders einfach umsetzen, weil wir dafür oft gar keine zusätzlichen Props brauchen.

Mood Board Farbtrend Beige & Waldgrün - mit KI erstellt
Mood Board Farbtrend Beige & Waldgrün – mit KI erstellt

5.1. Welche Gerichte passen zu Waldgrün?

Wir sehen diese Farbwelt besonders bei Pilzgerichten, Pasta, Risotto, cremigen Suppen, herzhaften Tartes, Brot oder herbstlichen Salaten.

5.2. So nutzt du Waldgrün in deinen Food Fotos richtig

Ein bisschen Fingerspitzengefühl braucht es bei Waldgrün allerdings dann, wenn dein Gericht selbst viele Brauntöne enthält – beispielsweise bei Eintöpfen, Pilzgerichten oder dunklen Saucen. Die Kombination aus Braun und Dunkelgrün kann schnell sehr rustikal und etwas altbacken wirken, wenn zusätzlich noch dunkles Holz, grobe Keramik und mehrere grüne Props ins Set kommen.

Auch bei den Materialien darf es dann etwas reduzierter sein: helle, schlichte Keramik und ein ruhiger Untergrund statt zu vieler rustikaler Elemente.

In diesem Fall würden wir das Beige und Cream ganz bewusst als moderne, helle Basis einsetzen und Waldgrün eher sparsam verwenden. Statt das Gericht direkt auf einem dunkelgrünen Teller anzurichten könntest du es auf einem beigen Teller platzieren und diesen auf einen größeren dunkelgrünen Teller schichten. Dieses Layering verleiht deinem Foto zusätzlich Spannung und hält den Farbakzent bewusst dezent.

Eine weitere Möglichkeit wäre eine dunkelgrüne Stoffserviette seitlich zu ca. 20% ins Bild ragen zu lassen, ein dunkelgrünes Glas zu verwenden oder eine Vase mit satten dunkelgrünen Blättern im Hintergrund zu positionieren.

So bleibt die Farbwelt Beige + Waldgrün natürlich und herbstlich, wirkt aber trotzdem modern und leicht.

5.3. Waldgrün mit Lebensmitteln ins Food Foto bringen

Das dunkle Grün lässt sich außerdem wunderbar direkt über das Food Styling integrieren. Wichtig ist dabei allerdings, auf den genauen Grünton zu achten. Ein frisches, leuchtendes Grün kann die ruhige, gedeckte Bildwirkung schnell durchbrechen. Für diesen Trend suchen wir deshalb gezielt nach dunklen, satten oder leicht entsättigten Grüntönen.

Gut eignen sich beispielsweise:

  • Rosmarin
  • Thymian
  • Salbei
  • Grünkohl
  • Cavolo Nero
  • Spinat
  • Wirsing
  • Brokkoli
  • Kürbiskerne
  • Pistazien oder Pistazienmus – sofern der Grünton eher dunkel und gedeckt als leuchtend ist
  • dunkle Zucchini

Auch hier gilt: Du brauchst davon gar nicht viel. Gerade bei einem braunen Gericht können bereits einige gezielt platzierte dunkelgrüne Elemente ausreichen, um die Farbwelt aufzugreifen und das Essen gleichzeitig frischer wirken zu lassen.

Unsere Set-Idee: Beige oder Cream als Hintergrund, eine naturfarbene Keramikschale, eine dunkelgrüne Stoffserviette und ein Pilzgericht mit frischem Rosmarin. Glattes Holz und/oder beiger Stein ergänzen die natürliche Farbwelt.

6. Wie bekommst du Trendfarben in dein Food Foto?

Du musst nicht für jede neue Farbwelt dein gesamtes Prop-Regal austauschen. Im Gegenteil: In unserer Arbeit als Food Stylistin und Food Fotografin greifen wir häufig auf dieselben neutralen Basics zurück und verändern nur einzelne Elemente des Sets.

6.1. Entscheide zuerst, wo deine Trendfarbe auftauchen soll

Eine Farbe kann an ganz unterschiedlichen Stellen ins Bild kommen: über den Hintergrund, das Geschirr, Textilien, Gläser, Besteck, kleine Props oder direkt über die Lebensmittel.

Dabei muss eine Trendfarbe gar nicht auf mehreren Elementen gleichzeitig vorkommen. Ein burgunderrote Stoffserviette auf einem ansonsten hellen Set kann bereits ausreichen. Genauso kann ein dunkelgrüner Platzteller unter einem beigen Teller die Farbwelt bestimmen, obwohl nur ein kleiner Teil davon sichtbar ist.

Besonders schön finden wir es natürlich, wenn sich eine Farbe direkt über die Lebensmittel integrieren lässt. Das wirkt meist besonders harmonisch, weil die Farbe nicht nachträglich ins Set „hineindekoriert“ werden muss und der Blick direkt zum Gericht wandert.

Überlege dir deshalb beim Aufbau zuerst: Welche Farben bringt mein Gericht bereits mit und welche Farbe möchte ich über das Set ergänzen?

6.2. Achte auf das Verhältnis der Farben

Entscheidend ist nicht nur, welche Farben du miteinander kombinierst, sondern auch, wie viel Raum du ihnen im Bild gibst.

Gerade bei den aktuellen Farbwelten würden wir den hellen, neutralen Tönen meist den größten Anteil im Bild geben. Beige, Cream oder ein warmes Greige können beispielsweise über den Hintergrund und das Hauptgeschirr eine ruhige Basis bilden. Die kräftigeren Farben wie Burgunder, Petrol oder Waldgrün kommen anschließend gezielter zum Einsatz.

Dabei macht es einen großen Unterschied, ob ein dunkelgrünes Tuch die Hälfte deines Bildes einnimmt oder nur zu etwa 20 % seitlich ins Set ragt. Dieselben Farben können dadurch völlig unterschiedlich wirken.

Als Orientierung kannst du beispielsweise mit einem Verhältnis von 60–30–10 arbeiten: Eine Farbe dominiert das Bild, eine zweite unterstützt sie und eine dritte wird nur als Akzent eingesetzt. Diese Aufteilung ist allerdings keine fixe Regel. Gerade in der Food Fotografie kann es sinnvoll sein, die Akzentfarbe etwas stärker oder schwächer einzusetzen – je nachdem, welche Farben dein Gericht selbst bereits mitbringt.

Für unsere herbstlichen Farbwelten könnte das beispielsweise bedeuten: 60 % Beige und Cream als Basis, 30 % warme Braun- oder Naturtöne und 10 % Burgunder, Petrol oder Waldgrün als gezielter Akzent.

Wenn du genauer wissen möchtest, wie du Farbverhältnisse bewusst steuerst, erklären wir in unserem » großen Guide zu Farben in der Food Fotografie neben der 60-30-10-Regel auch unterschiedliche Farbschemata und wie sie die Wirkung deines Bildes verändern.

6.3. Du brauchst dafür nicht ständig neue Props

Bevor du für eine Trendfarbe neues Geschirr kaufst, lohnt sich ein Blick auf die Props, die du bereits hast.

Eine tolle Möglichkeit sind beispielsweise Kreidefarben und Sprühlacke. Damit kannst du bestehende Requisiten relativ einfach umgestalten. Wir haben Schneidebretter im Fundus, auf denen mittlerweile vier verschiedene Farbschichten übereinanderliegen – je nachdem, welchen Look wir gerade für ein Shooting gebraucht haben.

Auch wasserlösliche Sprühlacke verwenden wir gerne, um beispielsweise Vasen, Platzteller oder sogar Besteck vorübergehend in einen anderen Farbton zu bringen. Nach dem Fotoshooting lässt sich die Farbe einfach wieder abwaschen. Wichtig: So behandelte Props solltest du natürlich nicht direkt mit Lebensmitteln in Kontakt bringen.

Auch Textilien oder Trockenblumen lassen sich einfärben und so an eine neue Farbwelt anpassen. Oft reicht schon ein einziges verändertes Element, damit ein Set eine völlig andere Wirkung bekommt.

Und wenn du beim Zusammenstellen deiner Farben trotzdem manchmal vor deinem Prop-Schrank stehst und dich fragst, welcher Teller jetzt eigentlich zu welchem Hintergrund und Gericht passt, haben wir dafür etwas vorbereitet:

In unserem Farben-Spickzettel für 0 € findest du 58 Farbkombinationen speziell für die Food Fotografie inklusive Beispielfotos – für warme und kalte sowie helle und dunkle Food Fotos.

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Damit hast du beim nächsten Styling einen Ausgangspunkt, statt dich durch sämtliche Tücher und Teller zu probieren.

Guide fürs Farben kombinieren in der Food Fotografie

7. Light & Moody: So könnte der Food-Fotografie-Look im Herbst 2026 aussehen

Neben den einzelnen Farben sehen wir noch eine zweite Entwicklung.

Wie schon zu Beginn dieses Artikels kurz angesprochen, glauben wir, dass Food Fotos im Herbst und Winter wieder stimmungsvoller werden aber nicht unbedingt dunkel.

Während klassische Dark-&-Moody-Fotografie häufig mit sehr dunklen Hintergründen, starken Schatten und dramatischem Licht arbeitet, sehen wir aktuell eine leichtere Variante davon.

Die Grundflächen bleiben hell. Beige, Cream und warmes Greige sorgen für Luftigkeit. Gleichzeitig bringen satte Akzentfarben, natürliche Materialien, sichtbare Schatten und stärkere Kontraste mehr Tiefe ins Bild.

Light & Moody verbindet für uns also die Leichtigkeit heller Food Fotografie mit der Atmosphäre eines dunkleren, stimmungsvollen Sets.

Gerade Burgunder, Petrol und Waldgrün eignen sich dafür hervorragend, weil schon relativ kleine Farbflächen ausreichen, um einem ansonsten hellen Foto deutlich mehr Tiefe zu geben.

Wenn du dein Set nicht nur farblich, sondern auch kompositorisch gezielter gestalten möchtest, zeigen wir dir in unserem Artikel „Bildkomposition: 3 einfache Techniken mit großer Wirkung“ drei Techniken, mit denen du den Blick des Betrachters bewusst durch dein Food Foto lenken kannst.

Und wenn du noch herausfinden möchtest, welche Bildsprache eigentlich zu dir, deinem Food Business oder deiner Marke passt, lies anschließend unseren Artikel „Wie du mit dem richtigen Fotostil dein Food Business boostest“. Darin zeigen wir dir, wie unterschiedliche Fotostile wirken und warum ein einheitlicher Look für deine Bilder so wichtig ist.

8. Musst du Food-Fotografie-Trends mitmachen?

Ganz klar: Nein.

Ein Trend sollte niemals dazu führen, dass du deinen eigenen Bildstil über Bord wirfst und plötzlich jedes Gericht auf einem burgunderfarbenen Tuch fotografierst. 😉

Wir sehen Trends vielmehr als Inspirationsquelle.

Sie zeigen uns, welche Farben, Materialien und Stimmungen wir gerade häufiger wahrnehmen und damit verändern sie auch unsere Sehgewohnheiten.

Du kannst daraus genau das herausgreifen, was zu deiner eigenen Bildsprache passt.

Vielleicht ist es eine dunkelgrüne Kaffeetasse, die du ohnehin schon besitzt. Vielleicht kombinierst du deine beigefarbene Keramik einmal mit einer petrolfarbenen Vase. Oder du bemerkst beim nächsten Herbstgericht, dass die Feigen darin bereits genau den Burgunder-Akzent liefern, nach dem du gesucht hast.

Denn am Ende geht es nicht darum, einem Trend hinterherzulaufen.

Es geht darum, Farben bewusst einzusetzen und zu wissen, welche Wirkung du damit in deinem Food Foto erzeugen möchtest.

Und jetzt sind wir gespannt: Welche unserer vier Farbwelten werden wir in den kommenden Monaten tatsächlich häufiger sehen?

Unser Favorit steht jedenfalls schon fest. 😉

9. Häufige Fragen:

Welche Farben sind im Herbst und Winter 2026 in der Food Fotografie im Trend?

Wir erwarten vor allem warme neutrale Grundfarben wie Beige, Cream und Greige, kombiniert mit einzelnen satten Akzentfarben. Besonders spannend finden wir dunkles Burgunderrot, Karamell/Cognac/Terracotta, entsättigtes Petrol und Waldgrün. Diese Einschätzung leiten wir aus aktuellen Entwicklungen in Interior Design, Mode und unserer langjährigen Beobachtung visueller Trends in der Food Fotografie ab.

Welche Farben passen zu herbstlichen Food Fotos?

Warme Beige- und Cremetöne funktionieren besonders gut mit klassischen Herbstgerichten. Für einen edlen Look kannst du sie mit Burgunderrot kombinieren. Mit Petrol und etwas dunklem Braun erzielst du eine spannende, moderne Farbwahl aus warmen und kalten Farben. In Kombination mit Waldgrün schaffst du einen erdigen Look, der Lebensmittel frisch wirken lässt. In Kombination mit Braun-, Karamell- und Terracottatöne und einem kleinen schwarzen bzw. anthrazitfarbenen Akzent wirken Herbstgerichte klassisch ohne rustikal auszusehen.

Welche Lebensmittel eignen sich für burgunderrote Farbakzente?

Feigen, Granatapfel, Rote Bete, Radicchio, rote Zwiebeln, Rotkraut, dunkle Weintrauben, Blutpflaumen und Cranberries eignen sich besonders gut. Je nach Licht und Bildbearbeitung können auch Brombeeren einen tiefen burgunder-violetten Akzent ins Food Foto bringen.

Wie kann ich dunkles Grün natürlich in ein Food Foto integrieren?

Kräuter wie Rosmarin oder Thymian sind eine einfache Möglichkeit. Für dunklere Waldgrüntöne eignen sich unter anderem Cavolo Nero, Grünkohl, Spinat, dunkle Blattsalate, Kürbiskerne oder Pistazien. Auch saftig dunkelgrüne Blätter von Sträuchern in einer Vase im Hintergrund bringen Farbe ins Bild.

Was bedeutet Light & Moody in der Food Fotografie?

Light & Moody verbindet eine helle Grundstimmung mit Elementen der klassischen Moody-Fotografie. Helle Beige-, Cream- oder Greigetöne treffen dabei auf natürliche Texturen, sichtbare Schatten und stärkere Kontraste. Dunklere Dekoelemente dürfen bei diesem Trend ebenfalls sparsam zum Einsatz kommen. Dadurch bleibt das Food Foto hell und modern, bekommt aber gleichzeitig mehr Tiefe und Atmosphäre. Im Herbst-Farbtrend 2026 kommen dabei auch satte Akzentfarben zum Einsatz.

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